Judoanzug

Die Wahl des Judoanzuges trägt wie bei jedem Kampfsport auch beim Judo zur Qualität der Ausübung bei. Möchte man die Übungseinheiten des „sanften Weges“ korrekt und ungehindert ausführen, ist auf mehr zu achten als bloß auf einen Judoanzug, der bequem sitzt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass für Übungs- und Wettkämpfe gewisse Richtlinien der Judo-Organisationen einzuhalten sind.

Nicht alle Marken sind erlaubt

JudoanzugZwar erlaubt der Deutsche Judo-Bund für seine offiziellen Veranstaltungen sämtliche Judoanzüge aller Hersteller. Möchte man aber gleichzeitig auch zu den Kämpfen des europäischen Verbandes EJU und des Weltverbandes IJF zugelassen sein, kommen seit 2011 nur ganz bestimmte Marken für den eigenen Judogi (Fachbegriff für Judoanzug) in Frage: Erlaubt sind Uniformen von Adidas, Danrho, Mizuno, Noris, Green Hill, Kusakura, Fighting Films, Hiku, Essimo und Matsuru. Ferner gilt für alle drei Verbände das Tragen einheitlich gestalteter Rückennummern. Offizieller Lieferant dafür ist mybacknumber.com. Dort können Rückennummern im geforderten Design mit allen Pflicht- und Zusatzangaben bestellt werden. Etwaige Kooperationen mit einem Sponsor oder einem Verein, der dann mit auf dieser Rückenbeschriftung abgedruckt wird, können dabei zu Preisreduzierungen führen. Für eine garantiert detailgetreue Einhaltung aller Richtlinien zu Werbeaufdruck, Ersatzanzug & Co. lohnt sich ein Blick in die Richtlinien der Judogi-Kontrolle der IJF.

Worauf beim Kauf eines Judoanzugs zu achten ist

Selbst der DJB verlangt vom Judoanzug „korrekte Abmessungen“, was bedeutet, dass er genau zur individuellen Körperform und -größe passen sollte. Hierzu gibt es sogar ganz genaue Wettkampfregeln zum Judoanzug. Dass der Judogi genau sitzen sollte, versteht sich allerdings von selbst. Eine entsprechende Passform gewährt die beste Bewegungsfreiheit beim Kampf. Was bei der Judo-Uniform außerdem wichtig ist, ist die Robustheit. Ohne Zweifel muss der Judoanzug belastbar sein, zumal im Kampf durchaus daran gezerrt oder gezogen wird. Dafür hat sich Baumwolle bewährt. Diese Naturfaser ist nicht nur strapazierfähig, sondern auch atmungsaktiv. Baumwolle kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Daher ist ein solcher Judoanzug auch dann angenehm zu tragen, wenn man beim Judo ins Schwitzen kommt. Allerdings sollte die Baumwolle veredelt sein, um bei der Maschinenwäsche nicht einzulaufen oder zu knittern. Judogi gibt es sowohl aus 100 % Baumwolle als auch als Mischgewebe mit Elasthan für einen Stretch-Effekt. Für beides gibt es Einsteigermodelle ab 20 Euro und auch Profianzüge um die 200 Euro. Oft wird dabei noch zwischen Judogi für Wettkämpfe (Shiai) und für das Training (Geiko) unterschieden. Aufgrund der geringen Einstiegspreise und wegen der Hygiene ist es nicht lohnenswert, sich einen Judoanzug auszuleihen. Auch bei der Wahl des Judo-Gürtels sollte man nicht zum erstbesten Judogürtel oder gar billigsten Judo Gürtel greifen, sondern auch hier gibt es die richtige Größe, Beschaffenheit, Verarbeitung und ob der Judo-Gurt abfärbt.

Danrho – für viele die Nr. 1

Viele der genannten Marken haben unter den Judoka eine große Anhängerschaft gefunden. Es gibt sogar Judokämpfer, die auf mehrere Hersteller schwören. Neben den zehn offiziellen Marken sind auch andere Marken wie Moskito von Dax beliebt. Allerdings zählt Moskito nicht (mehr) zu den Marken, die über den Deutschen Judo-Bund hinaus zugelassen sind. Hier stellt sich also die Frage, welche Veranstaltungen auf dem eigenen Plan stehen. Eine von der IJF erlaubte Uniform gewährt in der Hinsicht eine gewisse Flexibilität. Bei auffallend vielen Judoka beliebt ist die Marke Danrho, oft speziell ein Auslaufmodell namens Nippon Competition. Damit bietet Danrho einen mittelschweren Kampfanzug für nicht allzu viel Geld. Dieser Judogi ist aus 100 % doppeltgewebter Baumwolle gemacht und wurde an vielen Stellen verstärkt. Mit so viel Robustheit ist der Nippon Competition sowohl für das Training als auch für den Wettkampf geeignet. Insgesamt bietet Danrho mit seiner jahrzehntelanger Erfahrung und Etablierung eine große Bandbreite an Judoanzügen für den Anfänger genauso wie für den Experten. Zwischen 20 und 300 Euro ist für jeden Zweck und jede Größe etwas dabei. Zudem zählt Danrho zu den wenigen IJF-Marken, die aus Deutschland sind. Es soll aber noch einmal betont werden, dass sich die Geister unter den Judokämpfern scheiden, wenn es um die Frage nach dem allerbesten Judoanzug geht.

Blauer und weißer Anzug

Wer an einem Übungskampf (Randori) oder an einem Wettkampf (Shiai) teilnimmt, muss tatsächlich zwei Judogi besitzen. Für Judo-Kämpfe ist es wichtig, sowohl einen blauen als auch einen weißen Anzug zur Verfügung zu haben. Vorgeschrieben ist, dass ein Kämpfer den blauen Judogi und der andere Kämpfer den weißen Anzug trägt. Dadurch können die beiden Judoka auch in schnellen Kampfszenen klar voneinander unterschieden und ihre Bewegungen leichter verfolgt werden. Damit dies immer flexibel möglich ist, werden Wettkampfteilnehmer dazu angehalten, beide Farben zu einem Kampf mitzubringen. Zum Schluss noch eine kleine Judoanzug-Falt-Anleitung: